Der Photon 12, von Wolfgang Gamper

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Ich habe mich zu der Bestellung eines Photon entschlossen, nachdem auch ich schon ein Jahr und drei Monate auf ein anderes Teleskop aus deutscher Einzelfertigung gewartet hatte. Als ich dann zufällig auf die AOM Hompage stieß, war für mich bald klar,dass es auch schneller gehen kann, und dass ich statt zehn Zoll mir doch lieber zwölf Zoll leisten werde!

Nun, da ich Ihr Gerät bei mir zu Hause stehen habe, bin ich froh, dass ich so entschied! Zum äußeren Erscheinungsbild muss ich sagen, dass ich mich jeden Tag über den Anblick freue - auch wenn schon klar ist, dass man Teleskope zum Durchsehen und nicht zum Ansehen benützt! Aber bis jetzt war noch jeder, der es gesehen hat, davon begeistert, schon vor dem ersten Blick durch das Gerät! Von der Rockerbox bis zum teilbaren Tubus mit Optik und Okularauszug macht alles einen schön gearbeiteten Eindruck! Der in der Mitte teilbare Tubus hat den Vorteil, dass ich in unserem kleinen Auto auch noch problemlos meine Frau und meinen Sohn zum Beobachten mitnehmen kann. Die Justage kann ohne Werkzeug erfolgen, was ich als sehr angenehm empfinde. Die Justieranfälligkeit hält sich aber ohnehin sehr in Grenzen.

Meine Beobachtungsnächte fanden alle bei durchscnittlichem Landhimmel (fst. ca 5m) statt. das Seeing war manchmal gerade noch brauchbar und einmal sehr gut. Auf die "Ultradurchsicht" für Galaxien warte ich noch!

Einmal hatte ich auch die Gelegenheit, mit einem sehr erfahrenen Beobachter und Besitzer eines ICS zehn Zoll Spiegels zu beobachten, der schon einigemale auf dem ITT in Kärnten war, und dort auch mit vielen sehr guten Spiegeln beobachten konnte . Dieser bestätigte mir die sehr schöne Abbildungsleistung meines Oldham Spiegels. Auch ich konnte in Bezug auf die Abbildungsqualität keine Unterschiede zwische dem ICS Premium Spiegel und dem von Oldham feststellen. Allerdings fiel sofort auf, um wieviel feiner der Feather Touch Okularauszug im Vergleich mit dem von JMI läuft! Ganz abgesehen,von der Möglichkeit der Feinfokussierung beim Feather Touch. Die Nachführung läuft bei beiden Geräten ähnlich gut.

Jetzt aber zu den visuellen Ergebnissen: Natürlich besuchte ich zuerst einmal die bekanntesten objekt aus dem Messier -Katalog, weil man ja endlich sehen will, wie das, was man bisher nur vom Anblick mit 114 mm kennt, im 12 Zöller aussieht. Um es gleich vorwegzunehmen: Es sind wunderbare Eindrücke.

Als erstes interessierten mich einmal einige, der im Moment zur Verfügung stehenden Kugelsternhaufen. So begann ich mit M 13 (Wahrscheinlich das Objekt das am öftesten für ein First Light herhalten muß!). Im Pentax XL 40 ist er sehr hell aber natürlich noch sehr kompakt. bei immer höherer Vergrößerung kommen schnell immer mehr Einzelsterne zum Vorschein. Den schönsten Eindruck hatte ich bei 300X im XL 5,2. Da kreuzen sich die Sternketten vor unzähligen aufgelösten Sternen quer über den Haufen, und darüber hinaus. Auch M 15, 92 und M 2 halten leicht Vergrößerungen bis 300X aus. So zeigt sich dann eine Unmenge von Sternen bis ins Zentrum hinein! M 22 wirkt dagegen zwar etwas Lichtschwächer (er ist schon dabei, sich tief im SW zu verabschieden) aber man hat eher den Eindruck, einen Offenen Haufen wie z.B. NGC 7789 zu Beobachten, so weit stehen die Sterne auseinander. Ähnlich auch bei M71, nur ist der natürlich nicht so groß.

Von den KS dann zu den PN's: M 57, 27, 76, 7009,7293.: Fast ist es müßig, über diesen Anblick zu schreiben, aber es ist einfach schön, den Ring in der Leier bei Vergrößerungen bis 400X direkt zu sehen mit deutlichen Verdichtungen des Nebels im Ring sowie einem milchigen Zentrum. M 27 zeigt ohne Filter schon die Ansätze der Ohren und die Querteilung. Ein Mal konnte ich auch den Zentralstern erblicken. Mit UHC werden die "Ohren" dann ganz voll und man kann sich nur mehr sehr schwer losreißen von diesem schönen Anblick! M 76 zeigt im UHC bei 200x deutlich, warum man vom "kleinen Hantelnebel" spricht. Man sieht einen zweigeteilten Nebel, dessen Hälften verschieden hell,und strukturiert sind. Die schwachen Ausläufer kann ich noch nicht sehen. Den Helixnebel habe ich zwar sehen können, aber mehr als ein dunkler Fleck war nicht drin. Es fiel nur auf, wie groß er schon bei 40X ist. Vom Saturnnebel konnte ich bei 300X auch ganz schwach die beiden Ansen sehen.

Von den offenen Sternhaufen konnten h und chi im Perseus ganz klar das Rennen für sich entscheiden. Beide finden im GF des 40ers noch bequem Platz und die Abbildung ist scharf bis an den Rand. Zwischen den Haufenmitgliedern ist ein relativ großer Abstand, und sehr schön heben sich die vereinzelten orangefarbenen Sterne von den Blauweißen ab. Ein wunderschöner Kontrast! Die hellsten Sterne der Plejaden finden ebenfalls gerade noch Platz in diesem Okular. Neben M 11, M 52 NGC 7789, Stock 2, vermochte vor allem auch NGC 457 zu begeistern. Wirklich, wie eine ankommende Eule mit zwei funkelnden Augen sieht der OC aus.

Dann ging es weiter zu den Nebeln: NGC 7000 ist natürlich zu groß für das GF des XL 40, zeigt sich aber schon ohne Filter und viel beeindruckender mit UHC. Der Cirrus zeigt sich bei 140X ebenfalls schön strukturiert. M 8 und M 20 sind schon beim Untergehen aber doch noch ein schöner Anblick. Deutlich grün sehe ich einmal den großen Orionnebel - da freue ich mich schon auf die kommenden Winternächte!

Von den Galaxien habe ich nur M31 mit ganz leichten Staubbändern und beiden Begleitern gesehen, sowie M 33 mit deutlich aufgehelltem Zentralbereich aber ohne Spiralarme, NGC 6207, 7479, 404,und 891 die mir sehr gut gefallen hat, auch, weil ich sie zum ersten Mal gesehen habe - bei 140X indirekt mit Staubband.

Mein Okular mit der kürzesten Brennweite ist das Radian 3mm. Das ergibt eine Vergrößerung von 540X. Natürlich ist es spannend, einmal auszuprobieren, ob mein Spiegel das überhaupt bringen kann, wenn das Seeing stimmt. Nun, diese Optik kann auch das sehr gut! Bei abnehmendem Mond, kurz vor dem letzten Viertel hatte ich eine Nacht mit ruhiger Luft und so kam zuerst der Mond an die Reihe. Bei dieser Vergrößerung hat man schon beinahe das Gefühl, am Mond spazieren gehen zu können! Da sind unzählige kleine und kleinste "Löcher" am Boden und in den verschiedensten Kratern zu finden. Bei diesen Erforschungen unseres Trabanten wurde mir auch die Zeit nicht zu Lange bis Saturn hoch genug am Himmel stand, um auch ihn noch schnell zu betrachten - aber von wegen schnell: das schon oft zitierte "ausgestanzt " ist das Erste was mir bei diesem Anblick einfällt; und zwar bei allen Vergrößerungen. Absolut scharf, mit Cassiniteilung, Wolkenband, Ringschatten auf dem Planeten, Planetenschatten auf den Ringen, auch glaube ich den innersten Ring gesehen zu haben (um das mit Sicherheit behaupten zu können, fehlt mir noch die Erfahrung -- wird aber nachgeholt!), die fünf Monde, deren Positionen im Kosmos Himmelsjahr dargestellt sind, sind einfach und deutlich auszumachen!

Nach jeder Beobachtungsnacht mit dem AOM Photon 12 lege ich mich zufrieden ins Bett, mit dem beruhigenden Gefühl im Mai 03 die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben!

Ich verbleibe mit herzlichem Dank und den Besten Grüßen

Wolfgang Gamper


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